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So funktioniert der Workflow eines KI-Agenten – Schritt für Schritt

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Traditionelle Automatisierung arbeitet mit vorab festgelegten Anweisungen. Sobald eine bestimmte Bedingung erfüllt ist, führt das System eine definierte Aktion aus. Dieser Ansatz eignet sich gut für vorhersehbare und wiederkehrende Prozesse. Er stößt jedoch an Grenzen, wenn eine Aufgabe Kontextverständnis, die Bewertung von Prioritäten oder eine Anpassung an neue Informationen erfordert.

Der Workflow eines KI-Agenten erweitert die Automatisierung um Wahrnehmung, Schlussfolgerung, Entscheidungsfindung, Ausführung und Feedback. Ein solcher Agent befolgt nicht nur einen einzelnen Befehl. Er bewertet die aktuelle Situation, wählt eine geeignete Reaktion, nutzt verbundene Werkzeuge und bezieht bei Bedarf einen Menschen ein.

Das Verständnis dieses Ablaufs hilft Unternehmen dabei, geeignete Anwendungsfälle zu erkennen und KI-Agenten sicher in bestehende Geschäftsprozesse zu integrieren.

## Schritt 1: Ziel und Erfolgskriterien festlegen

Jeder Workflow eines KI-Agenten sollte mit einem klar definierten Ziel beginnen. Formulierungen wie „KI einsetzen“ oder „die Effizienz steigern“ sind zu allgemein. Das Unternehmen muss beschreiben, welches konkrete Problem der Agent lösen und welches Ergebnis er erreichen soll.

Ein Ziel kann darin bestehen, die Reaktionszeit im Kundenservice zu verkürzen, Marktforschungsdaten zu ordnen, wiederkehrende Produktprobleme in Nutzerkommentaren zu erkennen oder die Prüfung eingehender Dokumente zu beschleunigen.

Das Team sollte außerdem messbare Erfolgskriterien festlegen. Dazu gehören beispielsweise die Bearbeitungszeit, die Fehlerquote, der Umfang der reduzierten manuellen Arbeit, die Kundenzufriedenheit, die Konversionsrate oder der Anteil der Fälle, die an einen Menschen weitergeleitet werden.

Ein eindeutig formuliertes Ziel richtet den Agenten auf das gewünschte Geschäftsergebnis aus und schafft eine verlässliche Grundlage für die spätere Bewertung und Optimierung.

## Schritt 2: Einen Auslöser empfangen

Ein KI-Agent muss wissen, wann er mit seiner Arbeit beginnen soll. Das Ereignis oder die Bedingung, die den Workflow aktiviert, wird als Auslöser bezeichnet.

Ein neu eingereichtes Formular, eine Kundenanfrage, die Änderung eines Datenbankeintrags, ein neuer Projektstatus, das Überschreiten eines Kennzahlenwertes oder ein geplanter Zeitpunkt können als Auslöser dienen. Beispielsweise kann der Workflow automatisch starten, sobald eine neue Beschwerde im Supportsystem eingeht.

Anders als ein einfaches Programm, das in festen Zeitabständen läuft, kann ein KI-Agent mehrere Datenquellen überwachen und reagieren, sobald relevante Bedingungen eintreten.

Auslöser müssen sorgfältig konfiguriert werden. Sind die Bedingungen zu weit gefasst, wird der Workflow möglicherweise unnötig häufig gestartet und verursacht zusätzliche Kosten. Sind sie zu restriktiv, können wichtige Ereignisse übersehen werden.

## Schritt 3: Relevante Daten sammeln und vorbereiten

Nach der Aktivierung sammelt der Agent die Informationen, die er für seine Aufgabe benötigt. Dazu können strukturierte Daten aus Datenbanken und Tabellen ebenso gehören wie unstrukturierte Inhalte aus E-Mails, Berichten, Verträgen, Bildern, Gesprächsverläufen und Kundenbewertungen.

In einem Vertriebsprozess kann der Agent zum Beispiel die Angaben eines Interessenten, die Größe seines Unternehmens, frühere Interaktionen und sein Interesse an bestimmten Produkten untersuchen.

Der Workflow muss genau definieren, auf welche Quellen der Agent zugreifen darf. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob die verfügbaren Informationen vollständig, aktuell und für die jeweilige Aufgabe relevant sind.

Die Datenqualität wirkt sich unmittelbar auf das Ergebnis aus. Selbst ein leistungsfähiges KI-Modell kann unzuverlässige Resultate erzeugen, wenn die Eingabedaten veraltet, unvollständig oder widersprüchlich sind.

## Schritt 4: Den Kontext verstehen

Nachdem die notwendigen Daten vorliegen, analysiert das KI-Modell deren Bedeutung und Zusammenhänge. Es kann Texte klassifizieren, wichtige Angaben extrahieren, lange Dokumente zusammenfassen, Stimmungen erkennen oder neue Informationen mit dem internen Wissen des Unternehmens verknüpfen.

Bei einer Nachricht an den Kundenservice reicht es nicht aus, nur bestimmte Schlüsselwörter zu finden. Der Agent muss erkennen, ob der Kunde eine gewöhnliche Frage stellt, Unzufriedenheit äußert, eine Rückerstattung verlangt oder ein kritisches technisches Problem meldet.

Dieses Kontextverständnis ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem KI-Agenten und traditioneller regelbasierter Automatisierung. Ein herkömmliches System sucht nach vorher definierten Bedingungen. Ein Agent kann dagegen ähnliche Absichten erkennen, auch wenn Menschen sie unterschiedlich formulieren.

Die Interpretation des Kontexts ist allerdings nicht immer korrekt. Workflows mit wichtigen Entscheidungen sollten deshalb Validierungsregeln und geeignete menschliche Kontrollpunkte enthalten.

## Schritt 5: Die nächste Handlung bestimmen

Anschließend wählt der Agent anhand des Ziels, des verfügbaren Kontexts, der Geschäftsregeln und der betrieblichen Einschränkungen die nächste Handlung aus.

Ein einfacher Prozess erfordert möglicherweise nur eine Entscheidung. Ein komplexerer Workflow kann aus mehreren Aktionen bestehen, deren Reihenfolge sich aufgrund neu entdeckter Informationen verändert.

Im Kundenservice kann der Agent eine Antwort entwerfen, Informationen aus einer Wissensdatenbank abrufen, ein technisches Ticket erstellen oder den Vorgang an eine Fachkraft übergeben. Im Marketing kann er Kampagnenergebnisse analysieren, Muster erkennen, Inhaltsempfehlungen vorbereiten und einen Entwurf zur Freigabe einreichen.

In dieser Phase müssen klare Grenzen für den Datenzugriff, die erlaubten Werkzeuge, mögliche Ausgaben, verbotene Aktionen und Entscheidungen festgelegt werden, die immer eine menschliche Genehmigung erfordern.

## Schritt 6: Werkzeuge verwenden und Aktionen ausführen

Sobald die Entscheidung getroffen wurde, nutzt der Agent verbundene Anwendungen, Datenbanken und APIs, um die Aufgabe auszuführen.

Er kann einen Datensatz aktualisieren, ein Dokument erstellen, eine Benachrichtigung versenden, eine Aufgabe anlegen, einen Termin planen oder einen weiteren automatisierten Prozess starten.

Ein fortgeschrittener Workflow kann mehrere Analyse- und Aktionszyklen durchlaufen. Während der Erstellung eines Berichts könnte der Agent beispielsweise feststellen, dass wichtige Informationen fehlen. Er kann daraufhin zusätzliche Daten abrufen, das neue Material auswerten und eine aktualisierte Fassung des Berichts erstellen.

Für den Zugriff auf Werkzeuge sollte das Prinzip der geringsten Berechtigung gelten. Der Agent erhält nur die Rechte, die er zur Erfüllung seiner Aufgabe benötigt. Dadurch sinkt das Risiko unbefugter Änderungen, offengelegter Daten und unbeabsichtigter Aktionen.

## Schritt 7: Menschliche Prüfung einbeziehen

KI-Agenten sollten nicht in jeder Situation denselben Grad an Selbstständigkeit erhalten. Aktionen mit geringem Risiko, die sich leicht rückgängig machen lassen, können automatisch abgeschlossen werden. Entscheidungen über Zahlungen, Verträge, vertrauliche Daten, Kontoberechtigungen oder externe Zusagen benötigen in der Regel eine menschliche Freigabe.

Menschliche Aufsicht ist nicht nur eine Reaktion auf ein Versagen des Systems. Sie sollte bereits bei der Gestaltung des Workflows berücksichtigt werden.

Das Team muss festlegen, welche Situationen eskaliert werden, wer für die Prüfung verantwortlich ist, welche Informationen der prüfenden Person zur Verfügung stehen und was geschieht, wenn sich eine Genehmigung verzögert.

Ein klarer Prozess für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI bewahrt die Geschwindigkeit der Automatisierung und verhindert gleichzeitig, dass unsichere Entscheidungen Kunden oder kritische Abläufe unmittelbar beeinträchtigen.

## Schritt 8: Ergebnisse dokumentieren und den Workflow verbessern

Nach Abschluss der Aufgabe sollte das System Eingabedaten, durchgeführte Aktionen, Genehmigungen, erzeugte Inhalte und das endgültige Ergebnis aufzeichnen. Diese Aufzeichnungen unterstützen Audits, Fehleranalysen, Leistungsbewertungen und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Das Team kann den Workflow anschließend anhand von Geschäftskennzahlen und menschlichem Feedback beurteilen. Wenn Beschäftigte immer wieder dieselbe Art von Ergebnis korrigieren, müssen möglicherweise die Anweisungen, Datenquellen, Entscheidungsregeln oder Berechtigungseinstellungen verbessert werden.

Der Workflow eines KI-Agenten ist daher keine gerade Linie, die nur einmal durchlaufen wird. Er bildet einen kontinuierlichen Kreislauf: Signale erkennen, den Kontext verstehen, Entscheidungen treffen, Aktionen ausführen, Feedback erhalten und sich an neue Informationen anpassen.

## Der tatsächliche Wert von KI-Agenten-Workflows

Der Nutzen solcher Workflows geht über die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben hinaus. Sie können zuvor getrennte Informationen, Werkzeuge und Teams verbinden, sodass komplexe Arbeit ohne ständige manuelle Koordination voranschreitet.

KI-Agenten können Entscheidungen beschleunigen, betriebliche Reibung verringern und Unternehmen bei der Bewältigung wachsender Arbeitsmengen unterstützen. Zuverlässigkeit entsteht jedoch nicht dadurch, dass ein Agent möglichst viel Autonomie erhält. Ein wirksames System benötigt klare Ziele, vertrauenswürdige Daten, kontrollierte Berechtigungen, menschliche Aufsicht und vollständige Aktivitätsprotokolle.

Sind diese Grundlagen vorhanden, entwickelt sich der KI-Agent von einem passiven Werkzeug zur Beantwortung von Fragen zu einem digitalen Ausführenden. Er kann Aufgaben verstehen, einzelne Schritte koordinieren und dazu beitragen, die Ziele eines Unternehmens in messbare Ergebnisse umzusetzen.