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Wie KI-Agenten mit Werkzeugen, Daten und Software interagieren

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Große Sprachmodelle können Fragen verstehen, Inhalte erstellen und komplexe Themen erklären. KI-Agenten, die Werkzeuge einsetzen können, gehen jedoch über reine Gespräche hinaus. Sie greifen auf aktuelle Daten zu, rufen Programmierschnittstellen auf, analysieren Dokumente, bedienen Unternehmenssoftware und entscheiden anhand der erhaltenen Ergebnisse über den nächsten Schritt.

Diese Fähigkeit macht aus KI mehr als ein System, das lediglich erklärt, wie eine Aufgabe erledigt werden sollte. Ein Agent kann aktiv an der Ausführung realer Arbeitsabläufe in digitalen Umgebungen mitwirken.

Was ist ein werkzeugnutzender KI-Agent?

Ein werkzeugnutzender KI-Agent ist ein Softwaresystem, das externe Funktionen oder Ressourcen auswählen und einsetzen kann, um ein festgelegtes Ziel zu erreichen. Ein großes Sprachmodell kann dabei als Denk- und Entscheidungsinstanz dienen. Weitere Komponenten stellen Planung, Gedächtnis, Werkzeugzugriff, Berechtigungsverwaltung und Ergebnisprüfung bereit.

Ein Werkzeug kann eine Suchmaschine, eine Datenbank, ein Taschenrechner oder eine Umgebung zur Ausführung von Code sein. Auch ein CRM-System, eine Buchhaltungsplattform, ein Cloudspeicher, eine Analysesoftware oder eine Zahlungs-API kann einem Agenten als Werkzeug dienen.

Ein herkömmlicher Chatbot kann erklären, wie sich Vertriebschancen organisieren lassen. Ein Agent kann dagegen Datensätze aus einem CRM abrufen, besonders aussichtsreiche Kontakte erkennen, personalisierte Nachrichten erstellen und bei entsprechender Berechtigung Aufgaben zur Nachverfolgung im System anlegen.

Wie greifen KI-Agenten auf Daten zu?

Bevor ein Agent handeln kann, muss er feststellen, welche Informationen benötigt werden und wo sie gespeichert sind. Die Daten können aus internen Datenbanken, Dokumentenarchiven, Wissensdatenbanken, Echtzeit-Datenströmen oder externen Diensten stammen.

Angenommen, ein Benutzer möchte wissen, in welchen Regionen der Umsatz im aktuellen Quartal am stärksten zurückgegangen ist. Der Agent kann dieses Ziel in mehrere Schritte unterteilen: Verkaufsdaten abrufen, den richtigen Zeitraum anwenden, Ergebnisse nach Regionen gruppieren, Veränderungen berechnen und die Erkenntnisse zusammenfassen.

Anschließend verwendet er den passenden Datenkonnektor oder die entsprechende API. Er kann eine Datenbankabfrage erstellen, freigegebene Unternehmensdokumente durchsuchen oder aktuelle Informationen von einem externen Anbieter anfordern. Das zurückgegebene Ergebnis wird in einen Kontext umgewandelt, den der Agent analysieren und für weitere Entscheidungen verwenden kann.

Der Datenzugriff darf jedoch nicht unbegrenzt sein. Sichere Systeme folgen dem Prinzip der minimalen Berechtigungen. Der Agent erhält ausschließlich Zugriff auf die Ressourcen, die er für seine aktuelle Aufgabe benötigt. Personenbezogene Daten, vertrauliche Felder und geschäftskritische Datensätze müssen besonders geschützt bleiben.

Wie wählt ein Agent das richtige Werkzeug aus?

Ein Unternehmensagent kann mit Dutzenden von Werkzeugen verbunden sein. Die Auswahl der passenden Funktion ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil seines Entscheidungsprozesses.

Jedes Werkzeug wird normalerweise mit seinem Zweck, den erforderlichen Eingaben, dem Ausgabeformat und seinen Einsatzgrenzen beschrieben. Der Agent beurteilt den aktuellen Arbeitsschritt, bestimmt die erforderliche Aktion und wählt das Werkzeug, das am besten dazu passt.

Benötigt er den aktuellen Lagerbestand, sollte er das Warenwirtschaftssystem abfragen, statt sich auf das Wissen des Modells zu verlassen. Für die Berechnung einer komplexen Kennzahl kann er einen Rechner oder eine Codeumgebung verwenden. Wenn ein Kundendatensatz geändert werden soll, muss er die dafür freigegebene CRM-Schnittstelle aufrufen.

Außerdem muss der Agent natürlichsprachliche Anweisungen in strukturierte Parameter übersetzen, die eine Software verarbeiten kann. Dazu gehören beispielsweise Kundennummern, Dateipfade, Datumsbereiche oder Suchbedingungen. Fehlt eine entscheidende Information, sollte ein zuverlässiger Agent nachfragen, anstatt einen Wert zu erfinden.

Wie bedienen Agenten Software?

Viele moderne Anwendungen stellen ausgewählte Funktionen über APIs bereit. Diese Schnittstellen ermöglichen es unterschiedlichen Systemen, strukturierte Anfragen und Antworten auszutauschen. Dadurch kann ein Agent kontrolliert Informationen lesen, Datensätze erstellen, Statusangaben aktualisieren oder einen Arbeitsablauf auslösen.

Ein Finanzagent könnte beispielsweise Rechnungen aus einer Buchhaltungsplattform abrufen, ihren Zahlungsstatus prüfen, Auffälligkeiten erkennen und ausgewählte Fälle an ein Genehmigungssystem weiterleiten. Ein Kundenservice-Agent könnte eine Bestellung und deren Lieferstatus prüfen, eine Antwort vorbereiten und das Ergebnis in der Supportplattform dokumentieren.

Einige Agenten können auch grafische Benutzeroberflächen bedienen. Sie erkennen Elemente auf dem Bildschirm, klicken auf Schaltflächen und füllen Formulare aus. Dieser Ansatz ist nützlich, wenn keine API verfügbar ist, aber meist weniger stabil. Änderungen am Seitendesign, Dialogfenster oder Verzögerungen beim Laden können den Ablauf unterbrechen. Dokumentierte und stabile APIs eignen sich daher in der Regel besser für zuverlässige Unternehmensanwendungen.

Der Zyklus aus Beobachten, Denken, Handeln und Prüfen

Die Nutzung eines Werkzeugs besteht selten aus einem einzigen Aufruf. Leistungsfähige Agenten arbeiten in einem wiederkehrenden Zyklus aus Beobachtung, Schlussfolgerung, Aktion und Überprüfung.

Zuerst interpretiert der Agent das Ziel des Benutzers und erstellt einen Plan. Danach wählt er ein Werkzeug, übermittelt die notwendigen Parameter und empfängt das Ergebnis. Anschließend bewertet er, ob die Aktion erfolgreich war, ob genügend Informationen vorliegen und welcher Schritt als Nächstes erforderlich ist.

Liefert eine Suche nicht genügend Informationen, kann der Agent die Anfrage anpassen. Gibt eine Anwendung einen Fehler zurück, kann er die Ursache untersuchen und eine sichere Alternative ausprobieren. Bei Aktionen wie der Veröffentlichung von Inhalten, dem Löschen von Daten, einer Geldüberweisung oder einer echten Transaktion sollte er jedoch anhalten und eine menschliche Genehmigung einholen.

Dieser Zyklus ermöglicht es dem Agenten, dynamische Aufgaben mit mehreren Schritten zu bewältigen und seine Strategie anhand von Zwischenergebnissen zu verändern, anstatt nur einem starren Automatisierungsskript zu folgen.

Warum benötigen Werkzeuge klare Sicherheitsgrenzen?

Werkzeuge ermöglichen es KI-Systemen, reale Anwendungen zu beeinflussen. Damit steigen auch die möglichen Folgen eines Fehlers. Eine falsche Anweisung könnte vertrauliche Daten offenlegen, den falschen Datensatz verändern oder eine nicht genehmigte Transaktion starten.

Unternehmen sollten deshalb Lese- und Schreibrechte trennen, für riskante Aktionen eine menschliche Freigabe verlangen und jeden Werkzeugaufruf in einem überprüfbaren Protokoll erfassen. Zugangsdaten müssen außerhalb des Modellkontexts bleiben. Eingaben und Ergebnisse sollten vor ihrer weiteren Verwendung validiert werden.

Eine weitere Gefahr ist die sogenannte Prompt Injection. Eine Website, E-Mail oder Datei kann schädlichen Text enthalten, der wie eine vertrauenswürdige Anweisung formuliert ist. Wenn ein Agent externe Daten nicht von autorisierten Befehlen unterscheiden kann, lässt er sich möglicherweise zu einem missbräuchlichen Werkzeugaufruf verleiten.

Zu den Schutzmaßnahmen gehören die Isolierung nicht vertrauenswürdiger Inhalte, die Begrenzung verfügbarer Aktionen, die Prüfung von Parametern und der Abgleich jedes geplanten Schrittes mit dem ursprünglichen Ziel des Benutzers.

Wo schaffen solche Agenten einen praktischen Mehrwert?

Datenagenten können sich mit Data-Warehouses und Analyseplattformen verbinden, um Fragen zu beantworten und wichtige Muster zu erkennen. Programmieragenten können Quellcode durchsuchen, Tests ausführen und Fehler untersuchen. Serviceagenten koordinieren Wissensdatenbanken, Bestellsysteme und Supportplattformen.

Im Finanzbereich können Agenten Marktdaten, Research, Portfoliosysteme und Risikokontrollen zusammenführen, um Analysen und Überwachung zu unterstützen. Sobald echte Geschäfte oder Geldbewegungen betroffen sind, bleiben jedoch strenge Berechtigungen und eine menschliche Kontrolle unverzichtbar.

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Von der Sprachgenerierung zur realen Aktion

Werkzeuge schließen die Lücke zwischen dem Verständnis einer Anweisung und einem konkreten Ergebnis. Das Sprachmodell interpretiert das Ziel, entwickelt einen Plan und bewertet die Resultate. Externe Systeme liefern aktuelle Daten und kontrollierte Möglichkeiten zur Ausführung.

Der beste Agent ist nicht zwangsläufig derjenige mit den meisten Werkzeugen. Entscheidend ist, ob er das richtige Werkzeug auswählen, sicher einsetzen, das Ergebnis überprüfen und erkennen kann, wann eine Entscheidung beim Menschen bleiben muss.

Mit der zunehmenden Verbreitung standardisierter Schnittstellen werden KI-Agenten immer komplexere Abläufe über mehrere Programme hinweg koordinieren können. Ihre Zuverlässigkeit hängt dabei nicht nur von der Leistungsfähigkeit des Modells ab, sondern ebenso von der Qualität der Integrationen, Berechtigungen, Sicherheitsmaßnahmen und Governance.